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HOFMANN, G.; JENSSEN, M.; ANDERS, S. Ökosystemare
Umweltbeobachtung in Wäldern und Forsten auf der Grundlage des Eberswalder Ökosystemtypenkonzeptes.
Beitr. Forstwirtsch. u. Landsch.ökol.33 (1999) 2, S.55-63. ISSN: 0323-4673Kurzfassung |
Die ökoystemare Umweltbeobachtung in Wäldern und Forsten erfordert zur Gewährleistung von
Interpretierbarkeit, Vergleichbarkeit und Flächenübertragbarkeit ihrer Ergebnisse die Vereinbarung einer allgemeingültigen, auf Dauer tragfähigen Ordnungsvorstellung über die zu beobachtenden Strukturen und
die an diese gebundenen Prozeßabläufe. Eine solche Vereinbarung wird mit dem Bezug zu den als ökologische Elementareinheiten des Waldes definierten Wald- und Forstökosystemtypen getroffen, die
durch eine im Rahmen der Waldformation einmalige Merkmalskonfiguration gekennzeichnet sind. Die Kenntnis des Ökosystemtyps als der “ökologischen Koordinate” einer im Rahmen des Monitorings zu
beobachtenden Waldausbildung erlaubt es, über die periodische Erhebung eines Komplexes von Schlüsselmerkmalen eine Einschätzung von Typstabilität oder Typwandel, von reversiblen oder
irreversiblen Veränderungen vorzunehmen und erzielte Monitoringergebnisse auf weite Teile der Waldfläche zu übertragen. Die Zustandserfassung erfolgt über Stichproben auf verschiedenen räumlichen
und zeitlichen Skalen innerhalb von merkmalshomogenen Beobachtungsflächen, deren Größe das Minimalareal des jeweiligen Ökosystems umfaßt. Die ausgewählten Monitoring-Kenngrößen
parametrisieren ökosystemare Schlüsselfaktoren, deren Bewertung im Komplex bei Kenntnis der systeminternen Wirkungszusammenhänge Aussagen über Zustand und Veränderung des Gesamtsystems
erlauben und die eine Frühwarnfunktion besitzen. Die Methodik der Parametererhebung verursacht nur geringe Veränderungen am Untersuchungsobjekt und kann mit vertretbarem Aufwand zeitnah im
gesamten Monitoring-Gebiet angewandt werden. Zur Erfassung der raum-zeitlichen Dynamik der Waldvegetation wird ein Verfahren eingeführt, das aus einer Kombination von Großflächen- und
Kleinparzellenanalyse besteht. Der Untersuchungsaufwand im Monitoring- Gebiet wird über ein Flächennetz mit 3 Stufen unterschiedlicher Untersuchungsintensität begrenzt, wobei Informations-
Übertragungsschritte zwischen den Intensitätsstufen aus der Kenntnis intrasystemarer Wirkungszusammenhänge heraus möglich werden. Diese Zusammenhänge müssen auf
Untersuchungsflächen der Ökosystemforschung erarbeitet werden, die quasi als höchste Intensitätsstufe das Monitoring-Netz erklärend ergänzen. In den brandenburgischen Biosphärenreservaten
“Schorfheide-Chorin” und “Spreewald” wurde mit dem Aufbau eines der vorgestellten Konzeption folgenden Waldmonitoring-Netzes begonnen. Ausgehend von den in diesen Modellregionen zu
erwartenden Erfahrungen sollte die Umweltbeobachtung auf der Grundlage von Wald- und Forstökosystemtypen bald auch auf größeren Teilen der Waldfläche eingeführt werden.
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