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JENSSEN, M.

Interzeptionsverdunstung und horizontale Niederschlagsverteilung in Kiefernbeständen des nordostdeutschen Tieflandes.
Ein Beispiel für die Wechselwirkung von Struktur und Prozeß in Waldbeständen

Beiträge für Forstwirtschaft und Landschaftsökologie 30 (1996) S. 63-69.
ISSN: 0323-4673

Kurzfassung

Der Wirkungszusammenhang zwischen den Strukturen von Waldbeständen und den in ihnen ablaufenden Prozessen wird am Beispiel von Interzeptionsverdunstung und horizontaler Niederschlagsverteilung in Kiefernbeständen des nordostdeutschen Tieflandes dargestellt. Die Menge des durch Interzeption im Kronenraum verdunsteten Niederschlages wird durch den Kronenschlußgrad gesteuert und ist bei vergleichbarem atmosphärischem Verdunstungspotential innerhalb des Binnentieflandes von der Höhe des Jahresniederschlages unabhängig. Mit zunehmender Kronendachauflichtung und Windgeschwindigkeit wird der Niederschlag verstärkt von den Kronendachlücken in den Kronenbereich umverteilt, was vor allem in niederschlagsreichen Perioden zu einem ausgeprägten Maximum des Bestandesniederschlages unter den Kronenkernen führt. Insbesondere in stärker aufgelichteten Kiefernbeständen findet ein offensichtlich turbulenter, in das Kroneninnere gerichteter Massentransport statt, der mit einer Erhöhung der Fremdstoffdeposition im Kronenschirmbereich verbunden ist. Unter Bedingungen hoher atmosphärischer Fremdstoffbelastung ist daher die Erhaltung eines weitgehend geschlossenen Kronendachs zur Sicherung der Stabilität von Kiefernökosystemen erforderlich.

 

 

 

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