Regionalverbund
Nordostdeutsches Tiefland
im BMBF-Förderschwerpunkt
 “Zukunftsorientierte Waldwirtschaft”
des Programms der Bundesregierung “Forschung für die Umwelt”

aktualisiert:
22.12.2001

Zukunfts-
orientierte
Wald-
wirtschaft

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Erfassung von Witterungsparametern in einem Kiefern-Buchen-Mischbestand (Foto: Müller, BFH)

Seit 1998 führt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in enger Zusammenarbeit mit sechs Bundesländern das Forschungsprogramm “Zukunftsorientierte Waldwirtschaft” durch. Ziel dieses Forschungsprogrammes ist es, wissenschaftliche Voraussetzungen für den Wald der Zukunft zu schaffen.

Der Forschungsverbund Nordostdeutsches Tiefland ist schwerpunktmäßig auf die Waldgebiete der Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg konzentriert. In Brandenburg stockt die Baumart Kiefer auf 82 % der Waldfläche, während sie unter natürlichen Verhältnissen nur etwa 13 % der jetzigen Waldfläche einnehmen würde. In Mecklenburg-Vorpommern beträgt das Verhältnis 50 % (aktuell) zu 1 % (potenziell-natürlich). Diese gravierende Naturabweichung ist mit einer Vielzahl ökologischer aber auch ökonomischer Probleme verbunden. So besteht ein wesentlicher Unterschied in der Ökologie natürlicher Wälder und künstlicher Nadelholz-Reinbestände in der Verschlechterung des Standortszustandes durch letztere. Die Kunstforsten verfügen nicht über die Fähigkeit zu struktureller Selbstorganisation ihrer Baumbestände, zur Erhaltung der Stabilität sind häufig aufwendige Eingriffe erforderlich. Neben der Überwindung der derzeitigen Naturferne sind die Erhaltung und Mehrung der biologischen Vielfalt, eine Verbesserung weiterer naturschutzfachlicher und landeskultureller Leistungen sowie eine hohe Effizienz der Wertschöpfung allgemein anerkannte Ziele eines ökologischen Waldumbaus, der zu den wichtigsten ökologischen Großvorhaben im Nordostdeutschen Tiefland zählt.

Da alle diese Ziele nicht gleichberechtigt auf der gesamten Waldfläche umsetzbar sind, müssen wissenschaftliche Grundlagen für die erforderlichen Abwägungsprozesse entwickelt werden. Die Auswahl der prioritären Umbaubestände, die Wahl der geigneten Baumarten nach Mischungsanteil und -form und die Art und Weise der Bestandesbegründung sind praktische Fragen des Waldumbaus, die der wissenschaftlichen Fundierung bedürfen. Dieser Aufgabe haben sich die innerhalb des Forschungsverbundes kooperierenden Forschergruppen verschrieben, die - gefördert durch das BMBF - ein breites Spektrum von Untersuchungen zum ökologischen Waldumbau abdecken:

Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft (BFH)
Institut für Forstökologie und Walderfassung Eberswalde

Waldkunde-Institut Eberswalde

“Ökologische Voraussetzungen und Wirkungen des Waldumbaus im nordostdeutschen Tiefland”

Teilprojekt 1:   “Untersuchungen zur Ökologie von Kiefern-Buchen-Mischbeständen im nordostdeutschen Tiefland und Ableitung von Empfehlungen zur Durchführung des Buchen-Unterbaus in Kiefern-Reinbeständen” (BFH)

Teilprojekt 2:   “Raumzeitliche Strukturbildung durch Selbstorganisation in Waldbeständen des nordostdeutschen Tieflands”  (Waldkunde-Institut Eberswalde)

Teilprojekt 3:   “Die Entwicklung der Pflanzenartenvielfalt im Verlauf und Ergebnis der Umwandlung von Kiefenforsten in naturnahe Waldökosysteme”                  (Waldkunde-Institut Eberswalde)

 

Brandenburgische Technische Universität Cottbus (BTU)
Lehrstuhl für Bodenschutz und Rekultivierung

“Vergleichende humus-, wurzel- und mykorrhizaökologische Untersuchungen zum Umbau vonNadelholzbeständen in naturnahe Laubwaldrein- und -mischbestände des Nordostdeutschen Tieflands”

Teilprojekt 1:   Organische Bodensubstanz/Humusökologie

Teilprojekt 2:   Dynamik und Leistung des Wurzelwachstums/Wurzelökologie

Teilprojekt 3:   Diversität und Leistung von Mykorrhizen/Mykorrhizaökologie

 

Fraunhofer-Gesellschaft e.V.
Fraunhofer Institut für Atmosphärische Umweltforschung (
IFU)

“Umwandlung von Kiefernreinbeständen in Kiefern-Buchen-Mischwälder:                   Auswirkungen auf mikrobielle N- und C-Umsetzungen sowie gasförmige N- und C-Verluste”

 

Landesforstanstalt Eberswalde (LFE )

Teilprojekt 1:   “Ermittlung der ökosystemaren Potenziale und Grenzen zum Umbau von Kiefernreinbeständen durch Voranbau von Buche und Eiche im Nordostdeutschen Tiefland”  (Abteilung Waldökologie)

Teilprojekt 2:  “Möglichkeiten und Grenzen der Strukturierung naturnaher Waldaufbauformen auf der Grundlage ökologischer Wuchsreihen von Eiche und Eiche/Kiefer im nordostdeutschen Tiefland” (Abteilung Waldbau/Waldwachstum)

Teilprojekt 3:  “Auswirkungen des Waldumbaus auf waldschutz- und naturschutzrelevante Arthropoden”    (Abteilung Waldschutz)

 

Universität Greifswald
Zoologisches Institut und Museum

Bodenbiologische und ökofaunistische Untersuchungen zur Abschätzung von Wirkungen des Waldumbaus im norddeutschen Tiefland”

 

Universität Lüneburg
Institut für Ökologie und Umweltschutz

Sukzessionsforschung und Ableitung waldbaulich nutzbarer Informationen in naturnahen Buchenwäldern mit langjährig ungestörter Walddynamik im Nordostdeutschen Tiefland”

Teilprojekt 1:   Forst- und nutzungsgeschichtliche Forschung

Teilprojekt 2:   Sukzessionsforschung

Teilprojekt 3:   Vegetationskundliche Forschung

 

Universität Freiburg
Waldbau-Institut

“Die Bedeutung von gruppenweisen Vorverjüngungen nach Mortzfeldt für den ökologischen Waldumbau in Nordostdeutschland.”

 

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